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26. Oktober 2008

Opfer

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Opfer

Eine Bewegung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, aktiv gegen das moderne Zeitalter Widerstand zu leisten, muss sowohl aktiv als auch passiv handeln. Die Methoden des aktiven Handelns sind offensichtlich: Aktivismus, Politik, Propaganda und Ähnliches sprechen eine bestimmte Zielgruppe direkt an. Aber was versteht man unter “passivem” Handeln?

Ein Mensch, der sich als Befürworter einer Weltanschauung sieht, muss diese Weltanschauung in sich selbst manifestieren, das heißt, er muss zu einem lebenden Beispiel, einem Symbol dieser Weltanschauung werden.

Hier trennt sich oftmals die Spreu vom Weizen: Viele Menschen reden gern, sie stimmen zu, wenn essentielle Verhaltensregeln vorgeschlagen werden, aber sie leben die Botschaft nicht. Es sind immer die Wenigen, die als Träger einer Idee bereit sind, wahre Opfer zu bringen. Der Rest fürchtet die Anstrengungen und die Einsamkeit, die diese Prinzipientreue mit sich führt.

“Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert.
Meinet ihr, dass ich hergekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage: Nein, sondern Zwietracht. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu erregen gegen seinen Vater und die Tochter gegen ihre Mutter und die Schwiegertochter gegen ihre Schwiegermutter. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein.
Denn der Sohn verachtet den Vater, die Tochter setzt sich wider die Mutter, die Schwiegertochter ist wider die Schwiegermutter; und des Menschen Feinde sind sein eigenes Hausgesinde. Wer Vater oder Mutter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert.
Wenn dich dein Bruder, deiner Mutter Sohn, oder dein Sohn oder deine Tochter oder das Weib in deinen Armen oder dein Freund, der dir ist wie dein Herz, heimlich überreden würde und sagen: Lass uns gehen und andern Göttern dienen! – die du nicht kennst noch deine Väter,
Wer von seinem Vater und von seiner Mutter spricht: Ich sehe ihn nicht, und von seinem Bruder: Ich kenne ihn nicht, und von seinem Sohn: Ich weiß nicht, die halten deine Rede und bewahren deinen Bund;
So jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, auch dazu sein eigen Leben, der kann nicht mein Jünger sein. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist mein nicht wert.
Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. Wer sein Leben findet, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden.”

- Matthäus 14, 34-39


Dieses Zitat aus der Bibel ist mit Sicherheit eine der kontroversesten Aussagen Christi, und wird unter anderem gerne von Atheisten verwendet, um die christliche Religion zu diskredidieren. Tatsächlich drückt es aber die Einstellung aus, dass man all die Dinge, die einem ans Herz gewachsen sind, aber von der Wahrhaftigkeit der eigenen Weltanschauung ablenken, zurückweisen muss.

Die sogenannten “Antimodernisten”, welche noch immer an modernen Medien, modernen Ideen, modernen Lebensweisen und modernen Wertvorstellungen hängen, können nicht ernst genommen werden. Hier müssen wir nun selbst Musterung halten: “Ganz oder gar nicht” ist die Regel. Der aktive Nihilismus ist ist kein “kleiner Zeitvertreib” gelangweilter Intellektueller. Wir haben diesen Pfad nicht gewählt, weil wir nichts Besseres zu tun hatten. Der aktive Nihilismus trägt in seinem Kern jenen unbedingten und kompromisslosen Fundamentalismus, der von den modernen Gutmenschen so sehr gefürchtet wird. Die Urteile eines Modernisten über unseren Pfad sind für uns nicht von Belang, wir beziehen unsere Kraft und unsere Zufriedenheit aus dieser Weltanschauung als Wurzel ( lat. radix —> “radikal”) unseres Seins. Diese Philosophie muss jede Faser jenes Seins durchdringen, und kann uns erst dann als Skelett oder Gerüst für unsere Lebensweise dienen.

Kein vergängliches Vergnügen ist es wert, dass wir unsere Ideale verraten. Unsere Vorfahren wussten bereits, dass alle Sterblichen diese Welt einmal verlassen müssen, aber der Tatenruhm und die Ehre eines Menschen leben ewig.

Hrafn


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"Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug, zu wollen,
man muß auch tun."
- J.W. Goethe


"Das Vieh stirbt und Freunde sterben, endlich stirbt man selbst:
Doch nimmer mag ihm der Nachruhm sterben,
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- Havamal