18. Oktober 2008
Debakel im Kampf gegen Raubbau-Holz
EU - Umweltkommissar Dimas möchte den Raubbau - Holz Import vermeiden, setzt dabei jedoch auf uneffektive Methoden. Deutschlands Umweltminister Gabriel fordert stattdessen ein EU weites Importverbot.In Brüssel stellte Dimas ein "Aktionspaket" gegen die Waldzerstörung vor. Dazu gehört das Vorhaben, dass lebende Wälder ab 2020 als offizielle Kohlenstoffspeicher anerkannt und beim Handel mit CO2-Emissionsrechten eingerechnet werden. Kurzfristiger greifen sollen die Auflagen gegen den Import von illegal geschlagenem Holz. "Wir machen die Holzhändler direkt dafür verantwortlich, sicherzustellen, dass ihre Ware aus legal bewirtschafteten Wäldern stammt", erklärte Dimas.Gabriel's löbliche Bereitschaft, sich für ein striktes Importverbot einzusetzen, wird leider durch die Naivität Dimas' überschattet. Es ist töricht anzunehmen, dass die Abbaufirmen in von Mafia und Korruption durchsetzten Ländern ehrlich und pflichtbewusst die Herkunft ihres Holzes nachweisen werden, wenn sie nichteinmal gesetztlich dazu verpflichtet werden. Fälschungsmöglichkeiten bzgl. der Importdokumente gibt es sicherlich, jedoch ist es unrealistisch von lokalen Holzhändlern zu verlangen, diesen Nachweis von ihren Lieferanten selber zu fordern, entziehen sich die einzelnen Herkunftsnachweise doch völlig einer Überprüfung auf Betrug.
[...]
"Ohne ein EU-weites Import- und Vermarktungsverbot wird es nicht möglich sein, den Handel mit illegalem Holz wirksam zu unterbinden", sagte Gabriel.
[...]
"Schwierig" wäre es, für jede Ladung Holz an der EU-Grenze einen Herkunftsnachweis zu verlangen, schreibt der Kommissar. Mit dieser Begründung wiederum könnte man die gesamten Aktivitäten des Zolls von heute auf morgen einstellen. "Belastend und teuer" sei die Pflicht zu Dokumenten, die Holz legale Quellen bescheinigen, gar "eine offene Tür für Betrügereien", so Dimas. Auch die Arbeit von Finanzämtern wäre in diesem Licht dann überflüssig.
Quelle
Rose

