Tiger als billige Touristenattraktion
In einem thailändischen "Kloster" werden Tiger misshandelt und der gierigen Meute, bestehend aus Pauschaltouristen, zum abenteurlichen Foto mit der Großkatze vorgeführt.
"Sie werden geprügelt, am Schwanz gezogen, mit dem Urin von Artgenossen bespritzt: In einem thailändischen Kloster werden systematisch Tiger misshandelt. Touristen lassen sich für viel Geld mit den Tieren fotografieren, Artenschützer sind entsetzt. Anfassen ist erlaubt. Wer 1000 Baht, rund 20 Euro, zahlt, darf sogar den Kopf des Tigers auf den Schoß nehmen und kraulen. Aber schnell muss es gehen. Nach ein paar Sekunden werden die zahlenden Gäste von emsigen Helfern in giftgrünen Hemden weitergeschleift. Ein Foto, zack, zack, dann muss es weitergehen. Der Tiger Canyon ist nun wirklich nicht der richtige Ort für Meditation.[...] Rund 15 Tiger halten sich ständig in der Obhut der Mönche auf. Doch wichtiger für die Klosterkasse: Tag für Tag strömen Hunderte Besucher hierher, an Spitzentagen wurden schon 880 Gäste gezählt.[...] Um die Tiere gefügig zu machen, werden die Tiger zudem mit Felsbrocken oder Stöcken geschlagen, am Schwanz in die richtige Position für die Touristen gezerrt und mit dem Urin anderer Tiger bespritzt. Mit dem Urin markieren rivalisierende Tiere normalerweise ihr Territorium. Eine Ladung davon direkt ins Gesicht ist schlimmer als ein Faustschlag.[...]"Quelle
Wieder einmal zeigt sich die Ignoranz der Menschen gegenüber der Natur in ihrer schändlichsten Weise. Nur um des schnöden Mammons willen werden in diesem Kloster, falls man es noch so nennen kann, Tiger zum gemeinsamen Erinnerungsfoto mit dem geifernden Touristenpack gezwungen. Dieses ist sich der Perversion dieser "Attraktion" wahrscheinlich nichteinmal bewusst, ist es doch nur ein weiterer Haltepunkt auf dem Plan ihres Pauschalurlaubs. Einmal mit der stolzen Raubkatze posieren, damit man zurück in der Heimat seinen Freunden davon vorschwärmen kann. Was am Ende davon übrig bleibt, ist ein billiges Erinnerungsfoto, Tiger mit gebrochenem Willen und ein weiterer Schritt in Richtung Ausrottung.
Rose

