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10. Januar 2008

Kultur

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Kultur

Von Freanan, 27. Sep. 2006

Vergeblich suchen wir den Homer oder den Shakespeare, Milton, Goethe oder Schiller unserer Zeit. Die Zeit der großen Epen ist vorbei. Kein neuer Altdorfer, Friedrich oder Escher entführt unseren Geist in andere Welten. Unerwünscht ist die echte Kunst bei den neuen "Intellektuellen". Schönheit ist Kitsch, Mut Leichtsinn, Größe ist Pomp, Ehre ein Witz für diese kleinen Menschen in ihrer schönen neuen Welt. Leer und hohl muss ihre Kunst sein, hässlich und deprimierend. Das nennen sie "Realismus". Anerkannt wird nur, was genug Mitleid und Selbstmitleid enthält. Seichte Unterhaltung kann es da höchstens sein, wenn Größe und Schönheit auftauchen.

Aber indirekt haben sie auch recht mit ihrer Definition von Realismus, denn Kunst wird bestimmt durch die Gesellschaft, die sie hervorbringt und umgekehrt. Kein Homer ohne heroische Werte. Kein Beethoven in einer Welt, die Schönheit hasst. Umgekehrt wird das Leben so gestaltet, wie die meisten Menschen glauben, dass es sei. Wenn nur noch das Hässliche ernst genommen und als wahr betrachtet wird, muss die Wahrheit selber hässlich werden.

Was aber, wenn ausreichend viele Menschen die Kunst des alten Stils mit den richtigen Augen betrachten, ihr Leben daran ausrichten, sie zu Realismus machen würden? Den Tod und das Schlechte als Teile der Natur anzuerkennen und daraus die Notwendigkeit abzuleiten, nach Höherem zu streben, ist auch eine Form von Realismus. Was, wenn ein entscheidender Teil der Menschheit sie sich aneignen würde, sich an erstrebenswerten Zielen statt am Schlechten orientieren würde, immer aufwärts streben würde, allem Großen im Menschen entgegen?

Wer heute nach echter Kunst sucht, muss sein Elixier außerhalb der anerkannten Kunst der Moderne suchen: In den großen Werken der Vergangenheit oder innerhalb von Genres, die als Unterhaltung abgetan werden und es in den meisten Fällen auch sind - auch dort gibt es verborgene Perlen. Wenn diese Kunst nicht nur als historische Studie oder als Ablenkung betrachtet, sondern als ernstzunehmende Aussage, die eine Weltanschauung zu vermitteln hat, als neuer, besser Realismus nach der obigen Definition erkannt und verstanden wird, muss sich auch die Realität des menschlichen Lebens selbst zum Besseren verändern.


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