Kulturelle Identität
Kulturelle Identität
Charakter und Geist eines jeden Menschen werden durch verschiedene Faktoren gebildet und beeinflusst. Dazu zählen das genetische Erbe, die Erziehung, die Erfahrungen die man während seines Lebens macht und auch das Traditionen, genetischem Erbe, Kunst und Geschichte erben wir als Individuum und es macht einen wichtigen Teil unseres Selbst aus. Es lebt auch in unserer Heimat und in den Sagen, die sich um Berge, Flüsse, Wälder oder alte Gemäuer ranken.
Wir müssen es mit unseren eigenen persönlichen Eigenschaften und unseren
Erfahrungen zu einer sinnvollen Synthese bringen, die uns im täglichen Leben
hilft und die uns ein Quell an Kraft und Inspiration ist.
Dabei darf weder zu sentimental oder dogmatisch, noch zu positivistisch
gegenüber dem Modernen gedacht und gehandelt werden.
Wer ersteres tut, riskiert unfähig zum Lernen und starr in seinen Ansichten zu werden. Er züchtet Reptilien des Geistes, wie William Blake sagte. Er verwahrt Asche, anstatt die Flamme am brennen zu halten, wie ein Ausspruch eines anderen Denkers lautet.
Wer letzteres tut, wird anfällig für jede Art des Blödsinns werden, die gerade modern und neu erscheint. Er läuft Gefahr, einen wichtigen Teil seiner selbst zu verleugnen und großen Reichtum zu vernichten. Zu diesem Reichtum zählen weniger konkrete Anweisungen wie "Du sollst nicht töten" oder "Du musst in einer Monarchie leben, weil es schon immer so war" als vielmehr die philosophischen, ethischen und psychologischen Beobachtungen, die in der Geschichte wie in den Kunstwerken einer Kultur liegen und die nicht nur nutzen, indem sie uns Wahrheiten über das Verhalten eines Menschenschlags oder der Menschheit generell und Gedanken zu ewigen Problemen geben, sondern die auch Schönheit durch die Anschauung der Natur und des Menschen vermitteln. In der heutigen Zeit werden kulturelle Eigenheiten leider oft als etwas lästiges betrachtet - denn lästig sind sie, wenn man mit einer einzelnen Marketingstrategie die ganze Welt erreichen und in jedem Erdteil die gleichen bequemen und billigen Konsumenten und Arbeitskräfte vorfinden möchte. Lästig sind sie auch, weil sie Sinn, Werte und Glück vermitteln, die man doch selber in der Form seiner nutzlosen Produkte verkaufen will. Deswegen ist es fraglich, ob das Bestreben einen Homo Internationalis zu erschaffen, dessen Nationalität das Abstraktum "Menschheit" ist und der auf der ganzen Welt den gleichen modernen Moralvorstellungen und Zielen folgt, tatsächlich als etwas positives zu betrachten ist. Während es sicherlich sinnvoll ist, sich mit den Erzeugnissen anderer Kulturen auseinanderzusetzen und daraus zu lernen, wird der Versuch, jede kulturelle Eigenheit wegzuwischen und zu verneinen mit großer Wahrscheinlichkeit in nichts anderem als dem oben beschriebenen zweiten Extremfall enden.
Wer sich selbst respektiert, sollte deswegen nicht das verleugnen was er ist, sondern die Schätze der Vergangenheit hüten und mit wachem Geist an die Realitäten der Moderne anpassen.

